Liebe
Leserinnen und Leser,
in Deutschland leben mehr als eine Million Menschen mit einer
Demenzerkrankung und ihre Zahl wird weiter zunehmen. Angesichts der
demografischen Entwicklung ist es höchste Zeit, dass sich unsere
Gesellschaft mit dieser Krankheit differenziert auseinandersetzt. Was
wir brauchen, ist mehr Wissen über die Krankheit und Strukturen, die im
Alltag mit Demenzkranken helfen. Ärzte, Pflegepersonal, ehrenamtliche
Demenzbegleiter, aber auch das persönliche Umfeld benötigen festen
moralischen Rückhalt für die mühevolle aber lohnende Aufgabe, für
die Lebensqualität ihrer Familienmitglieder und Patienten zu kämpfen.
Oft fühlen sich Angehörige mit ihren Sorgen, Ängsten und Fragen
allein gelassen. Gerade für diese Menschen sind die bundesweit 500
Mehrgenerationenhäuser eine wichtige Anlaufstelle. Hier finden sie
soziale Nähe, Kontakte und Auszeiten - aber auch die Gewissheit,
mit ihren Problemen nicht allein zu sein. Mit dem Aufbau des
Online-Portals "WegweiserDemenz" und dem DVD-Ratgeber
"Leben mit dem Vergessen - Die Familienkrankheit Demenz"
stellt das Bundesseniorenministerium darüber hinaus umfangreiche
Informationen und Ratschläge zur Verfügung.
Ihre
Ursula von der Leyen
Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Ein
Drittel der Nutzerinnen und Nutzer der Mehrgenerationenhäuser sind im
Alter von 65 bis 84 Jahren, 5 Prozent älter als 85 Jahre. In diesen
Altersgruppen spielt das Thema Demenz eine immer wichtigere Rolle. Mit
speziellen Beratungs- und Betreuungsangeboten helfen die
Mehrgenerationenhäuser den Betroffenen und ihren Angehörigen.
Das
Mehrgenerationenhaus Groß-Zimmern hat mit dem Demenzservicezentrum eine
zentrale Anlaufstelle für Demenzkranke und ihre Angehörigen
geschaffen. Hier werden sie kompetent beraten und finden passende
Ansprechpartner im ganzen Landkreis Darmstadt-Dieburg.
In
der Betreuungsgruppe für Demenzkranke der Deutschen Alzheimer
Gesellschaft im Mehrgenerationenhaus Münster zählen feste Abläufe, in
die sich Betroffene einfinden und vor allem wohlfühlen können. Dabei
achtet die Leiterin der Gruppe, Petra Sokolowsky, darauf, dass sie auch
individuell gefordert werden.
Nach
langjähriger Lehrtätigkeit an Fachhochschulen und bei Fortbildungsträgern
ist Peter Wißmann derzeit unter anderem Geschäftsführer der Demenz
Support Stuttgart und Herausgeber der Zeitschrift "demenz". In
diesen Funktionen setzt er sich für mehr bürgerschaftliches Engagement
und eine neue Kultur im Umgang mit Menschen mit Demenz ein.
Im
Mehrgenerationenhaus Horneburg ist das "Café Zeitlos" eine
wichtige Anlaufstelle für Demenzkranke und ihre Angehörigen. Die
Leiterin Gisela Punke war treibende Kraft beim Aufbau des Angebots und
spricht im Interview über ihre Erfahrungen.